Freitag, 23. August 2013

Unterwegs im Norden 2 - Schloss Oranienburg

Es war schon Abend, als wir am zweiten Tag in Oranienburg ankamen. Allerdings war ich total begeistert, das es einen Zeltplatz direkt neben dem wunderschönen Schlosspark gab. Eigentlich überwiegend für Wassersportler auf der Havel gedacht, aber auch für Radler - gab es einen idyllischen Platz im Hafen mit der Nutzung der sanitären Anlagen der großen Blumenhalle. Da es am nächsten Morgen geregnet hatte, war der trockene Frühstücksplatz in der Halle ein großes Glück.



Da ich ja ein großer Gartenfan bin und mir auch gerne Parks oder Botanische Gärten anschaue, hatte ich mir den Besuch des Schlossgartens unbedingt gewünscht. 10 Minuten vor 18 Uhr raste ich zum Eingang und durfte tatsächlich noch in den Garten. Eintritt ist für Zeltplatzbesucher frei. Man kann so lange im Garten bleiben, bis es dunkel wird.

Bewaffnet mit dem Schlossplan und meinem Fotoapparat raste ich durch den Garten. Denn der Park ist riesig und ich wollte möglichst noch viel sehen. 

Meine Fotos sind menschenleer, da ich fast die einzige war, die noch im Park unterwegs war.

Schloss und Park sind speziell für die Landesgartenschau Brandenburg 2009 renoviert bzw. umgestaltet worden.

Eigentlich bin ich früher kein Fan von Gartenschauen gewesen, aber inzwischen gibt es da große Unterschiede.
In Oranienburg hat man den Park zur Nachnutzung erhalten. 



Erstmalig stammt die Anlage aus dem Jahr 1650. Nach einem Ausritt  Kurfürst Friedrichs schenkte er das Anwesen seiner Frau Kurfürstin Louise Henriette, die ihre Heimat in Holland hatte. 
Luises Oranienburg, wie sich das Wasserschloss dann nannte, war ein Bau reinster holländischer Prägung. 
Wer gerne mehr erfahren möchte, kann im Internet auf die Seite Oranienburg erleben gehen.


Obwohl es doch sehr heiß war Anfang August, war der Park absolut gepflegt und die vielen Stauden und Sommerblumen sahen aus, als wenn die Havel einmal täglich durchs Beet fließen würde.

Das Wasser spielte überall eine große Rolle. Es gab Wassergräben mit naturnaher Gestaltung und einen Badeteich für Kinder. Aber auch die Beete hatten den Schwung eines Flusses.



Es gibt insgesamt 15 Quadratische Gartenzimmer von jeweils 900 qm Größe.

 Jedes dieser Gartenzimmer setzt einen Aspekt von  Louise Henriettes Leben und Träumen in Bilder aus Blumen, Pflanzen und Objekten um. Sie thematisieren ihre Liebe, ihre Familie und ihren festen Glauben, illustrieren ihr Verhältnis zum Luxus und ihre Sehnsucht nach der vermissten Heimat.

 Aufgrund des Zeitmangels musste ich mich auf den vorderen Parkabschnitt beschränken. Den riesigen Parkabschnitt um die Orangerie konnte ich nicht besuchen und auch die vielen Gartenzimmer hätten einen ganzen Tag in Anspruch genommen.


Spalierbäume sollen die Gartenräume unterteilen.

 Ganz besonders gestaltet ist die Spiellandschaft.
Hier hat der Gartenarchitekt Elemente eines Gemäldes von Pieter Brueghel entnommen, das im Kunsthistorischen Museum Wien besichtigt werden kann.

Gelbes Spielhaus und Gartenzwerge

Die Gartenzwerge sind ein besonderer Blickfang. Gestaltet hat sie ein Bildhauer, der Gesichter seiner Verwandten und Bekannten modelliert hat. Die Figuren sind richtig groß.

Die große Blumenhalle am Ende war voller Kübelpflanzen

Es gab Oleander und Schmucklilien, unzählige Jasmintöpfe, Zitrus- und Feigenbäumchen

Und einen uralten Olivenbaum

Dort blühte der rote Oleander so, wie ich es mir immer von meinem zu Hause wünsche


Die gastronomische Einrichtung war natürlich längst geschlossen
Auf dem Rückweg bin ich dann noch an exotischen Bäumen und vielen Sonnenhüten vorbeigekommen
Nach dem Park-Schnelldurchlauf ging es zum 
Lehnitzsee auf der anderen Stadtseite zum Abkühlen
Das Piratenschiff stand im Hafen (Havel)

Der nächste Teil bringt Einblicke in einen Kräutergarten in Zehdenick und einen Klostergarten in Himmelpfort (genau....wo der Weihnachtsmann wohnt)

Kommentare:

  1. Das sieht nach einem tollen Ausflugsziel aus. Danke für's Vorstellen!
    Viele Grüße
    Elke

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  2. Hey, da war meine Namensvetterin ja ganz in der Nähe des Gartens im Fließtal! Obwohl Oranienburg relativ nah, war ich seit der Landesgartenschau nicht mehr dort. So bin ich jetzt durch diesen Bericht wieder auf dem laufenden ! Danke! Bin über Elkes Blog auf deinen Blog aufmerksam geworden.
    LG
    Sisah ( eigentlich Sigrun) aus dem Fließtal

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  3. Oh, jetzt schon die zweite Namensvetterin beim Bloggen gefunden. Hillsidegarden heißt ja auch Sigrun. Da der Name echt selten ist, freut man sich immer. In einer schönen Gegend wohnst du da. Uns hat der diesjährige Urlaub einfach so gut gefallen, weil es ein Naturerlebnis war. Und ich versuche zunehmend, auch mal die Pflanzen am Wegesrand zu kennen.

    LG Sigrun

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  4. Das hätte mir da auch gut gefallen. Ich mag Schlösser und sehe mir auch gern andere Gärten oder Botanische gärten an.

    Ja, da fragt man sich, wie machen die das nur, wenn alles so tiptop ausschaut, selbst bei der Affenhitze! Da sind sicher Bewässerungsanlagen geschickt integriert. Wer seinen Garten im Vorfeld schon so anlegen kann, ist natürlich im Vorteil ...

    Ich war mal ganz früher auf einer IGA in Hamburg, aber das hat mir dort sehr gut gefallen. Sonst hatten wir keine Zeit und Gelegenheit mehr, leider ...

    Einen solchen roten sehr üppig blühenden Oleander habe ich vor einer Weile in unserem Dorf gesehen. Der stand bei der Hitze im Halbschatten.

    Witzig, bei uns gibt es in der Nähe ein "Himmelsthür" ...

    Liebe Grüße und danke für den schönen Einblick!
    Sara

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  5. Dein Gartenrundgang hat mir richtig gut gefallen.
    Ich kenne das Schloss noch als heruntergekommene graue DDR-Kaserne und freue mich total, dass Schloss und Garten so wunderschön geworden sind.
    Auf den Kräutergarten in Zehdenick bin ich sehr gespannt. Schließlich ist Zehdenick meine Geburtsstadt.
    Liebe Grüße von
    Anette

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  6. Na dann, bis morgen, dann geht die Reise weiter. Hab mir schon so etwas gedacht mit dem Schloss. Auch der Park muss lange Zeit im Tiefschlaf gelegen haben. Wir haben in unserer Stadt auch ein Schloss, das erst seit 5 Jahren wieder in alter Pracht auferstanden ist.

    LG Sigrun

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  7. Liebe Sigrun,

    was für interessante und wunderschöne Impressionen. Der Schlossgarten ist ja ein Traum, ich mag solche Parks auch sehr gerne.

    Lieben Dank auch für Deinen netten Kommentar, wir "kennen" uns übrigens schon. Zu Deiner Frage wegen der Passionsblume, ich schneide sie im Herbst (also vor dem ersten Frost) stark zurück und überwintere sie im Keller. Das klappt recht gut.

    Herzliche Grüße
    von Anke

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