Freitag, 24. Oktober 2014

Eigenes Saatgut samenfest - Buschbohne 'Goldtime'

Eins der schönsten Dinge am Gärtnern ist für mich das Heranziehen von eigenen Pflanzen. Manchmal versuche ich mich an der Zimmerpflanzenvermehrung, aber meistens sind es Blumen, die ich aussäe. Bei Gemüsepflanzen gelingt mir die Aussaat nicht immer so gut, aber hin und wieder gibt es Erfolge, über die ich mich dann besonders freue. Bohnen gelingen mir eigentlich immer, auch wenn man dabei den Zeitpunkt der Aussaat richtig erwischen muss. Wenn man Pech hat, picken Vögel die Körner heraus oder nasses und kaltes Frühjahrswetter verhindert die Keimung.

Letztes Jahre hatte ich vom Quedlinburger Saatgut die Buschbohne 'Goldtime' ausgesät. Die gelben Bohnen kann man meist nicht im Handel kaufen, deshalb sollten sie in meinem Garten wachsen.
Als ich schon eine ganze Menge Bohnen geerntet hatte, war das Augustwetter noch sehr heiß und trocken. Damit war zwar die Ernte beendet, aber ich habe die unansehnlichen Pflanzen so lange im Beet gelassen, bis die Hülsen getrocknet aussahen. Im Küchengarten stört es ja keinen....




Jetzt kommt Teil 2: die getrockneten Samen habe ich aufbewahrt und dieses Jahr nach dem Starkregen im Juni auf das total verwüstete Beet am Fuß unseres Hanges ausgesät. Bohnen interessiert so etwas gar nicht und sie haben auch keine Probleme mit dem steinigen Gartenboden. Sie vertragen nur keine Staunässe, aber die war ja vorbei...
Danach kamen natürlich die Nacktschnecken in Heerscharen, die ich zum Glück mit Schneckenkorn von der Hauptmahlzeit ablenken konnte.


Ein ganzes Beet voller Bohnen....natürlich habe ich wieder nicht geschafft, alle reifen Hülsen abzuernten. Normalerweise muss man das regelmäßig tun, um viele neue Hülsen zu erhalten.
Dafür gibt es nun noch mehr Saatgut, das nun gerade in einem Eimer trocknet. Im Beet war es mir jetzt doch zu nass, also habe ich die Stängel abgeschnitten und die Wurzeln in der Erde gelassen. Die können dort bis zum Frühjahr verrotten und den Boden verbessern. Das wirkt wie ein Gründünger.


Diese Art der Vermehrung gelingt natürlich nur, wenn man eine samenfeste Sorte erwischt hat. Deshalb schaue ich beim Kauf von Samentüten immer ganz genau auf die Verpackung. Steht der Zusatz F1 Hybride drauf, wird es nicht gelingen, die gleiche Pflanze, wie die Mutterpflanze zu erhalten. Auch wenn die Saatgut-Hersteller mit besonderen Zuchterfolgen und Resistenzen locken, sollte man diesen Aspekt gut überdenken!


Mein Vater vermehrt bspw. schon seit mehr als 30 Jahren eine Stabtomate in seinem Garten. Sie wird wesentlich höher, als eine normale Tomatenpflanze und hat dadurch einen riesigen Ertrag pro Pflanze.......eine ideale Stadttomate bei wenig Gartenfläche.
Das wäre mit F1-Saatgut nicht gelungen.  Diese Tomate werde ich nächstes Jahr in unseren Garten pflanzen und vielleicht gelingen mir damit ja auch mal solche Erfolge......

Kommentare:

  1. Du hast völlig recht, man sollte natürliche Sorten vermehren. Früher habe ich immer meine Tagetes selber vermehrt, bis sie unmodern geworden sind. Damit fing ich schon als kleines Kind an. Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal wieder Samen von ihnen genommen.
    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende!

    Sigrun

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  2. Finde ich gut, dass du uns solche Insider verrätst, als absoluter Hobbygärter, der einfach alles mal ausprobiert, finde ich das sehr interessant. Liebe Grüße

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  3. Liebe Sigrun,
    ich pussle mir auch überall Samen ab und
    versuche was draus werden zu lassen :-)
    Deinen Tipp hab ich gleich gespeichert.
    Da achte ich demnächst beim Samenkauf drauf!
    Ganz viele liebe Sonnengrüße
    sendet dir die Urte :-)

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  4. Ich ziehe auch sehr gerne Blumen aus eigenem Samen und bei manchen, wie z.B. den Nelken oder dem Mohn gelingt es mir auch. Unser Gemüsegarten hat ein paar Jahre geruht, aber diesen Winter mache ich mir Hochbeete und dann geht's im Frühjahr los mit Pflanzen.
    Liebe Grüsse,
    Claudine

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  5. Da habe ich überhaupt keine Erfahrung damit! Habe einfach nicht den Platz, um Pflanzen selbst zu ziehen! Mit Gemüse hatte ich nie Glück und habe es irgendwann einmal aufgegeben! Das Einzige, das ich selbst vermehre, ist meine Grünlilie!!! Da bekam ich von der Nachbarin einen Ableger von einer sehr gesunden und kräftigen Pflanze! Mittlerweile habe ich schon einige dieser dankbaren Pflanzen!!!
    Ein schönes Wochenende wünscht Dir
    Margit

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  6. Liebe Sigrun,
    dieses Jahr habe ich mir Gartenmelde herangezogen. Bin mal gespannt, ob es funktioniert. Bei meinen Eltern früher hat es geklappt. Tagetes und Kapuzinerkresse ziehe ich mir immer selbst und neuerdings auch schwarze Stockrose.
    Viele liebe Grüße
    Ursula

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  7. Danke für deinen Tipp...ich bin ja eher so der "aus-dem-Bauch-heraus-Gärtner"...deshalb kann ich diese Tipps gut gebrauchen...LG Lotta.

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  8. Ciao! Bellissimo blog! L'ho appena scoperto ma mi piace moltissimo, hai delle fantastiche piante e aiuole molto belle :)
    Ti seguirò con piacere :)

    Un saluto!

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  9. Sehr interessant was ich hier bei dir wieder lerne, danke!!!
    Alles Liebe
    Ariane

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  10. Mir sind die samenfesten auch die liebsten. Und ich bin ganz neidisch auf deine super Ernte - ich liebe frische Bohnen!
    VG
    Elke

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  11. Liebe Sigrun,

    endlich komme ich dazu, Dir zu antworten. Gestern vom Smartphone aus war der Kommentar auf einmal weg, da habe ich es gelassen ;-) Ist doch ziemlich mühselig. Aber meine Mutter ist z.Zt. in der Klinik und da bin ich noch weniger zuhause. ;-)

    Bohnen hatte ich in diesem Garten schon im Topf. Doch als absehbarer wurde, daß ich noch weniger Zeit für den Garten habe, habe ich das in diesem Jahr wie auch mit Tomaten lieber gelassen. Vielleicht nächstes Jahr wieder. Obwohl wir hier teilweise auch unter Staunässe leiden. Der Boden ist ja sehr lehmig. Nur die Regenwürmer kommen überall durch. ;-) Davon gibts hier zahlreich.

    Danke auch für Deine lieben Kommentare! Da bin ich ja gespannt, wie es mit der Lavendelheide wird! Akeleien wollten sich hier auch innerhalb der 2 Jahre nicht aussamen, d.h. ich habe nur 1 oder 2 winzige Exemplare gefunden. Keine Ahnung, woran das liegt. Deshalb hatte ich Deine Akeleien lieber im Terrassenbereich angesiedelt und hoffe, daß es durch die andere Bodenbeschaffenheit dort dann funktionieren wird.

    Nun wünsche ich Dir erst einmal einen schönen sonnigen Herbsttag und sende viele liebe Grüße
    Sara

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  12. Da fällt mir noch ein, ich habe ein Buch "Saatgut aus dem eigenen Garten" - darin habe ich früher viel gelesen und wertvolle Anleitung draus gezogen.
    Das Buch habe ich in meinem Blog schon mal abgebildet

    http://mein-waldgarten.blogspot.de/2011/02/meine-gartenbucher.html

    Das war wohl seinerzeit die Saatgut-"Bibel" ;-)
    Wobei ich jetzt am Überlegen bin, die Buchcover allesamt herauszunehmen, seit ich auf einer Seite über Verlage las, daß einige Verlage nicht wollen, wenn man ihre Cover ins Internet stellt, vor allem wenn dies nicht im Original und unverändert geschieht. Also keinerlei Bildbearbeitung, keine Ausschnitte sondern nur das Originalcover von der Verlagsseite und manche tolerieren es lt. der Seite, wo ich das las, auch nur, wenn man vorher anfragt. ;-9

    Alles Liebe nochmal
    Sara

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    1. Danke Sara, das betrifft mich ja auch, da ich in der Leseecke auch eigene Fotos gemacht habe. Der Blv-Verlag hat zum Bsp. klare Vorstellungen von einer Buchrezension, welche und wieviele Fotos man verwenden darf.
      LG Sigrun

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