Sonntag, 16. November 2014

Her mit dem Laub! Die Blutpflaume hat genug....

'Alles im Garten Gewachsene soll im Garten bleiben.' 

Dieser Spruch stammt von Dr. Konrad Näser, der nach Karl Försters Tod, im Jahr 1970, als Züchtungsleiter in Potsdam-Bornim gearbeitet hat. Seine Geschichten, Erfahrungen und Tipps kann man nun regelmäßig in der Zeitschrift 'Garten-Flora' lesen. Im Novemberheft strahlt mich ein laubrechender Herr Näser auf Seite 19 an.
Diesmal geht es um den Winterschutz empfindlicher Gartengehölze, wie Herbst-Anemonen, und was man alles mit dem Herbstlaub noch anstellen kann.


Macht Ihr das gerne...Laub rechen? Einige werden bestimmt stöhnen bei dieser Frage. Für mich war das schon im Elterngarten immer die Hauptaufgabe des Herbstes. Dort waren es die alten Obstbäume, die überall in unserem Leipziger Garten wuchsen. In der Gartenecke, neben dem normalen Kompost und von Brombeersträuchern eingerahmt, wurde es dort liebevoll von meinem Vater aufgeschichtet. Nie wäre er auf die Idee gekommen, etwas aus seinem Garten wegzufahren.


Diese Tage kann man recht häufig beobachten, wie große, mit Laub gefüllte Säcke, zum Recyclinghof geschafft werden. Dieses Bild stammt aus einem Freiberger Kleingarten, aber man sieht auch deutlich, dass hier Kompostwirtschaft betrieben wird und einfach nun kein Platz mehr im Garten war.


Besser fand ich dann schon diesesen Garten ein paar Schritte weiter. Hier ist das Herbstlaub kein Problem, da über dem Teich ein riesengoßes Netz gespannt wurde.


Wie schauts nun aber in meinem Garten aus? Her mit dem Laub....musste ich letztens zu meinem Nachbarn sagen. Das erste Mal, als ich das Laub für mein Hochbeet brauchte und nun, um die empfindlichen neu gepflanzeten Stauden, wie die Anemone japonica 'Wirbelwind' (erstes Foto), zu schützen. Sie blüht zur Zeit jeden Tag schöner.

Obwohl der Nachbargarten genau so jung ist, wie unserer, gibt es am Ende seines Grundstücks eine riesige Blutpflaume, die der Bauträger schon vor längerer Zeit gepflanzt hat. Und nun jage ich jeden Tag, wie ein Wirbelwind durch seinen Garten...er ist mir sehr dankbar dafür, könnt ihr euch vorstellen, oder?
Dabei hab ich doch auch eine Blutpflaume gepflanzt...gleich, als wir eingezogen sind. Hier mit Blüte Ende März


Ich muss sie aber immer wieder schneiden, da sie an einer Stelle steht, wo ich nun keinen Schatten gebrauchen kann. Dort ist der Küchengarten.

So üppig sah es dagegen im Nachbargarten aus


Diese Blütenpracht wurde mit leckeren kleine Blutpflaumen im August belohnt. Die kann man tatsächlich essen. Der Nachbar hat sich mit den Kernen abgemüht und Marmelade gekocht.


Das ganze Jahr bietet die Blutpflaume den Vögeln Schutz


Jetzt bedeckt ein warmer Purpurteppich mein neues Schmetterlingsbeet


Der andere Nachbar fragte mich gestern nun, ob ich mit Absicht das Laub in der Farbe 'Rot' dort hingetan habe. Schließlich bin ich ja für verrückte Ideen bekannt....
Aber ganz zufällig hat sich hier eine Kombination ergeben, an die ich gar nicht gedacht habe.
Auf der Ecke wirft die Deutzie gerade ihr gelbes Herbstlaub ab.

Jetzt hoffe ich nur, dass es mal ordentlich stürmt....das ist ganz schön zeitaufwendig, jeden Tag nur Kleinstmengen einzusammeln. Und dass das Laub dann im Beet liegen bleibt.



Kommentare:

  1. Ich lasse das Laub auf dem Staudenbeet liegen und decke auch die empfindlichen Rosen damit ab. Damit es liegen bleibt, lege ich noch ein paar Zweige Tannengrün oder Reisig drüber. Im Gemüsegarten ist es Mulch, der auf dem Beet verrottet. Wenn ich alles Laub wegschaffen sollte, müsste ich wahrscheinlich rund um die Uhr zusammen fegen.
    LG Elke

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  2. Die Blutpflaume sieht wirklich gut aus und es ist ne gute Idee die Blätter für dein Beet zu sammeln. Du kannst ja, wenn noch genügend gelbe Blätter dazukommen, schöne Muster auf dein Beet legen ... rot gelb gestreift oder so ;-)
    Bei uns war es heut sehr windig, das hätte gepasst. Bei mir hat es von den Bäumen VOR unserm Garten einiges runtergeweht und ich hab es auch zusammengerecht und auf den Beeten verteilt.
    Dass die Herbstanemone besonderen Schutz braucht, wusste ich gar nicht. Ich hab mir nämlich auch erst kürzlich eine gegönnt. Reicht es bißchen Laub und/oder Rindenmulch oder muss man noch was anderes machen?
    Lieben Gruß und einen guten Start in die neue Woche,
    Trixi

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    1. Ja, die Herbstpflanzung ist kritisch bei den Herbstanemonen. Mir ist schon mal eine erfroren dabei. Aber abdecken reicht bestimmt aus. Nur Kahlfrost ist ein Problem. LG Sigrun

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  3. Hihi, ich liebe das weinrote Laub auch! Ich kehre die Blätter immer vorm Haus zusammen, wo ein Garten weiter eine Blutpflaume steht. Der Wind weht die meisten Blätter immer zielsicher vor unser Haus. Ich brauch das Laub auch dringend, für einen neu gesetzten Blasenstrauch. Die Herbstanemonen im Vorgarten bekommen auch genug ab von der spendablen Blutpflaume.
    VG
    Elke

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  4. Dein Purpurteppich schaut wirklich schmuck aus, liebe Sigrun! Da muß man erst einmal drauf kommen. :-) Wie machst Du es, daß das Laub nicht verweht? Anfeuchten?? Ich muß aber sagen, daß es im Waldgarten, wenn ich es fest genug angetreten habe, nicht mehr verwehte. Man entwickelt da so seine kleinen Tricks. So legte ich z.B. zunächst Zweige drauf bis alles etwas zusammengeklumpt war ..

    Na, da wird der Nachbar sicher eine Absicht hinter vermutet haben. :-) Es gibt inzwischen ja auch farbiges Rindenmulch. ;-)
    Nun könntest Du mit dem gelben Laub der Deutzie noch ein Muster in das Rot "malen" :-)

    Wir haben zum Glück den hohen Weidenbaum, liebe Sigrun. Und nun, da der Gartenzaun etwas mehr bewachsen ist, weht das Laub auch nicht mehr so leicht aus dem Garten hinaus.

    Ja Blutpflaumen hatten wir auch im Waldgarten. Die hab' ich auch gern gegessen und meine Mutter hat auch immer die kleinen Pflaumen verkocht. Ich koche selbst ja kein Obst, esse es lieber roh.
    Im Waldgarten kam das rote Laub gar nicht recht zur Geltung, da es im Verhältnis sehr wenig war. ;-)

    Liebe Grüße
    Sara

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  5. Da kann ich nur zustimmen und bin froh dass du dies auch mit alten Erfahrungen belegst.
    All der Humus, den die Pflanzen für ihre Blattmasse dem Boden entziehen fehlt . Sie müssen entweder über Kompost oder organischem Dünger wieder zugeführt werden. Und da ist es wirklich das einfachste, es da zu belassen, wo es anfällt. So mähe ich den Rasen, aber der Schnitt bleibt liegen . Und die Regenwürmer ziehen ihn zurück in den Boden und wandeln ihn wieder in Humus. Und ich kann Dir nur empfehlen das Laub mit dem Rasenmäher kurz zu übermähen, so bleibt es besser liegen und setzt sich viel schneller um. Deshalb harke ich nicht , sondern nehme es mit dem Rasenmäher auf.
    Und alles kommt auf die Beete, selbst das Eichenlaub ist nach einem Jahr weggeputzt von den Mikroorganismen und den Würmern. Und Rhodendren und Blaubeeren mögen ees besonders gern.
    Grüße von Frauke

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    1. Danke Frauke, für die vielen Tipps. LG Sigrun

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  6. Vor mehr als 2 Jahren hat man direkt vor unserer Tür eine 100jährige Eiche fällen müssen, aus dem selben Grund wie beim Essigbaum. Der Boden ist ringsum mit riesigen aggressiven Baumpilzen kontaminiert. Auch weitere alte Sumpfeichen in der Straße stehen auf dem Prüfstand. Seither ist nicht mehr so viel Laub im Garten. Das was wir noch haben, können wir gut auf den Beeten verteilen. Die Blutpflaume sieht ja herrlich aus. Liebe Grüße

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  7. In den Beeten darf das Laub auch bei mir gerne liegenbleiben! Im Garten am Haus habe ich keinen Kompostplatz - dafür ist das Grundstück zu klein! Aber auch hier darf einiges im Garten liegenbleiben! Z. B. den Rasenschnitt verteile ich, sofern es nicht zu viel ist, um unsere große Esche. Dünn aufgetragen verrottet es in kürzester Zeit! Beim Laub muss ich allerdings auch einiges wegfahren. Unsere Esche ist riesig und produziert entsprechend viel Laub! Laub rechen mach ich übrigens nicht besonders gern! Auf dem Pflaster puste ich es mit einem Laubbläser an eine bestimmte Stelle, damit ich es nur noch aufsammeln muss. Auf dem Rasen sauge ich es mit dem Rasenmäher ein, wenn es nicht zu viel ist! Faule Gärtnerin eben!! Haha...
    Viele Grüße von
    Margit

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  8. Liebe Sigrun,
    das dunkelrote Laub sieht wirklich sehr schön im Beet aus. Ich habe dieses Jahr erstmals mit dem roten Laub vom wilden Wein meine Beete abgedeckt und etwas fest getreten. Aber so farbintensiv wie die Blätter der Blutpflaume sind sie wohl nicht. Meine Nachbarin hat auch eine Blutpflaume stehen; ich bin leider gar nicht auf die Idee gekommen, sie um das Laub zu bitten. Und dass die Früchte eßbar sind, war mir (und meiner Nachbarin sicher) auch unbekannt.
    LG Kathinka

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  9. Hallo Sigrun,
    solch weinrotes Laub ist natürlich noch ein Hingucker - im Gegensatz zu unserem mittelbraunem. Jetzt ist inzwischen fast alles unten - nur vorne am Haus die Forsythien brauchen noch etwas. Ich reche und kehre es allerdings auch nur auf den Wegen und auf dem Rasen weg und dann schichte ich es mit dem Kompost. Ich hoffe es wird jetzt mal so langsam trocken, dass man wenigsten die restlichen Massen einsammeln kann, es liegt nämlich immer bzw. noch mehr rum, wie auf den letzten Bildern.....
    GlG Christina

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  10. Das rote Beet ist ja wirklich außerordentlich witzig! Blutpflaumenbäume mag ich sehr! Dir noch eine schöne Woche! LG Lotta.

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  11. Sieht echt gelungen aus, fas rotbelaubte Beet. Auch ich habe in diesem Jahr das erste Mal Gelee von jnserer Blutpflaume gekocht. Ich kann nur sagen, einsame Spitze!!!!
    Liebe Grüsse
    Ida

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  12. Ich habe auch eine schöne Blutpflaume, die wir letztes Jahr sehr stark runtergeschnitten haben, da sie viel zu groß geworden war. Aber das Laub landet auf den Beeten. Das mache ich immer so. Was nicht verrottet, wird im Frühjahr abgeharkt. Und Pflaumen haben wir leider nur wenige. Obwohl schon genug Blüten da sind/waren.

    Viele Grüße
    Margrit

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  13. Mein Mann hat die Blätter der Blutpflaume immer mit dem Mäher überfahren, dann haben wir sie als Flächenkompost in bestimmte Ecken gegeben. Nun haben wir keine mehr, Laub aber trotzdem noch.
    Dein rotes Beet sieht schön aus!

    Sigrun

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