Dienstag, 7. Juni 2016

Vom Petriturm auf Freiberg geschaut...

Einige wissen es ja bereits....bei unserem letzten Freiberg-Rundgang bin ich mit Lotta die Stufen des 72 Meter hohen Petriturms hochgestiegen. 

Die Besichtigung ist nicht immer möglich. 
Saisonbedingt unterschiedlich...im Moment zu jeder vollen Stunde und nur mit Führung von Mittwoch bis Sonntag, 11-16 Uhr. 
Zum Glück war es ja Freitag. 

Gegenverkehr ist nicht möglich und große Menschen sollten auf ihren Kopf gut aufpassen.
Für mich ist die Besteigung immer etwas unheimlich, da der Blick vom löcherigen Turmbalkon mit Eisengitter mir ein flaues Gefühl im Magen hinterlässt.


Die Petrikirche wurde um  1190 auf dem höchsten Punkt der Innenstadt errichtet. Sie ist dadurch weithin sichtbar und bestimmt entscheidend die Silhouette der Stadt.





Wenn Lotta diesmal nicht so mutig vor mir auf den Balkon getreten wäre, hätte ich mich nicht getraut....auch wenn wir zwei ganz leicht sind. Immerhin ist der Balkon für 6 Personen zugelassen.



Kaum vorstellbar, dass auf der Kugel des Turms 1894 der Mechaniker Hugo Meeser stand, um, nicht angeseilt, die Wetterfahne dort oben anzubringen mit folgender Innschrift:

 „Musst durch die Zeit du auch sehr leiden,
mit Gott hab ich Dich Jung gemacht,
Drum drehe Dich der Stadt zur Freude,
sei stets auf guten Wind bedacht.
Hugo Meeser, Mechaniker, Freiberg“


Der Blick über die Altstadt lohnt sich sehr.
Der Freiberger Dom und ganz hinten rechts auf dem Berg die 'Reiche Zeche', ein Besucherbergwerk.


Der folgende Blick nach links zum Schloss Freudenstein ist wirklich nur vom Balkon möglich....:-)



Seit dem 15.Jahrhundert bis 1905 wohnte im Turm ein Türmer, der die Stadt Freiberg bei Feuer warnen sollte.
Beim Aufstieg kommt man an der kleinen bescheidenen Stube, die sich auch Scharwächterwohnung nannte, vorbei.



Die Wohnstube ist mit einer winzigen Öffnung versehen..dahinter versteckt sich das Bett.





Glück auf!
Das steht unter dem gerahmten Foto. Ein Bergmann, der vor der Grube betet.
Mit diesem Gruß wird man hier tatsächlich manchmal noch begrüßt...so wie Grüß Gott in Bayern.

Die Häuerglocke wurde ebenfalls vom Türmer geläutet. Punkt 5 Uhr.
Das hieß aber, dass die Bergleute da schon vor dem Bergwerk versammelt sein mussten.




Die Petrikirche ist eine offene Kirche, in der Gottesdienste und Konzerte stattfinden.
Die Gottfried-Silbermann-Orgel kann man jeden Mittwoch von 12-12:30 Uhr in einem kostenlosen Konzert anhören.
Genaue Daten zur Turmbesteigung gibt es hier.

*****

Zum Schluss möchte ich euch noch ein wunderbares Flohmarkt-Geschenk von der lieben Mano zeigen, mit dem ich letzte Woche überrascht wurde. 
Ein Freiberg-Heft von Walter Schellhaas, ein berühmter Historiker aus Freiberg.
Das Heft stammt von 1937 und entsprechend ist auch der Wortlaut im Buch.
Es erschien anlässlich der 750 Jahrfeier (1936)


750 Jahre Freiberg - Sachsens Berghauptstadt 



Eine Aufnahme aus dem Buch...kommt sie euch bekannt vor?


Quelle: Walter Schellhaas, Freiberg, Sachsens Berghauptstadt



Kommentare:

  1. Sehr schön, deine Fotos...vom anderen Blickwinkel, spannend, wie jeder seine Umgebung anders erlebt. Das Buch ist der Knaller...ein ganz wunderbares Geschenk von Mano! Liebe Grüße, Lotta.

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Sigrun,
    das ist ein herrlicher Blick von dem Turm .. der kleine Balkon ist aber wirklich gewöhnungsbedürftig ;O)
    Danke für die wunderbaren Bilder und Informationen über dieses schöne Städtchen!
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  3. Uuuups, der kleine Balkon ist schon "gewöhnungsbedürftig"! Dafür entschädigt der Ausblick über kleinere "Unannehmlichkeiten"!
    viele Grüße von
    Margit

    AntwortenLöschen
  4. Super Sigrun,
    habe ich auch schon bei Lotta geguckt.

    Ich muß jetzt aber unbedingt auch mal den Hochwachturm von Waiblingen zeigen, denn
    der ist auch toll, dort werden auch standesamtliche Hochzeiten gehalten. Auf dem Weg nach oben kann sich dann Jeder nochmals überlegen, ob er denn das tatsächlich will.
    Ich muß unbedingt das machen.

    Lieben Gruß Eva

    AntwortenLöschen
  5. danke für die feinen fotos!!!
    früher waren die dächer "bunter" - nicht so ein einheitsrot. waren halt oft noch mittelalterliche dachziegel, da sieht ja jeder anders aus. und der gesamteindruck war pittoresker....
    das alte heft ist toll! die stadt ohne plattenbauten :-)
    xxxxxx

    AntwortenLöschen
  6. Zum Glück hat kein Wind geweht .... :-)
    Also ich weiß jetzt auch, wie schön es von oben aussieht.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  7. ...ich steige gerne auf einen Turm, wenn ich neu in eine Stadt komme, liebe Sigrun,
    um mir von oben einen Überblick zu verschaffen...deine Fotos bestätigen das wieder...also wenn ich mal nach Freiberg komme, dann an einem Tag, an dem man auf den Turm kann ;-)...am Samstag bin ich ja vorbei gefahren, aber leider keine Zeit für einen Abstecher und zu viele Menschen "im Gepäck"...so schön, wie du von deiner Stadt berichtest, wird sich ein Besuch dort wohl wie ein wiederkommen anfühlen,

    liebe Grüße
    Birgitt

    AntwortenLöschen
  8. Stimmt, was Beate sagt: Die Maschinenziegel geben der Dachlandschaft ein sehr einheitliches Rot. Aber sonst wäre das bei der Menge der benötigten Dachziegel bei der Sanierung wohl auch nicht bezahlbar gewesen. Interessant auch die niedrigeren, unterschiedlichen Kirchtürme.
    Liegt Freiberg auf einer Hochebene? Ich hatte es mir gebirgiger vorgestellt ;-)
    LG
    Astrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. das erzbebirge ist ne "pultscholle" - am südrand angehoben. deswegen ist der nordhang - also sachsen mit freiberg drin - tatsächlich eher eine gekippte, wellige ebene. nach böhmen bricht es dann steil ab.....
      hab aufgepasst in heimatkunde ;-)
      xxxxx

      Löschen
  9. Liebe Sigrun,
    danke für diese wunderschönen Fotos. Ich habe meine Fotos herausgesucht
    und einige wiedererkannt. Mein Mann und ich waren zu Advent im Erzgebirge und
    u.a. auch in Freiburg. Deine Heimat ist wunderschön.
    Einen angenehmen Abend wünscht
    Irmi

    AntwortenLöschen
  10. wenn ich es denn mal schaffe, wieder nach freiberg zu kommen, steige ich auf jeden fall auf diesen turm. und gehe aufs balkönchen!!
    liebe grüße von mano

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. da komme ich dann mit, liebe Mano, und ich würde ja gerne mal im Türmerstübchen wohnen..., so in ruhigeren Zeiten ;-) Herrliche Bilder. Ja, die Petrikirche ist wirklich stadtbildprägend, auch aus unserem Fenster immer wieder ein toller Blick von morgens bis abends, wenn das Licht um den Turm wandert... Lieben Gruß Ghislana

      Löschen
  11. Auf den Balkon hätte ich mich auch so leicht nicht getraut, liebe Sigrun, allerdings aus Gründen der Höhenangst ... ich kann von so hoch oben nicht gut hinunterschauen ;-) Am liebsten nur hinter Glas ;-) :-) Auf Deinen Bildern kann ich die Aussicht "gefahrlos" genießen. Danke dafür.

    Liebe Grüße
    Sara



    AntwortenLöschen
  12. Wie schön, dass die Dächer durchweg rot gedeckt sind. Das trägt viel zu einem harmonischen Stadtbild bei.
    LG, Ingrid

    AntwortenLöschen