Freitag, 24. Februar 2017

Erstes Blühen

Das sind die ersten Blüten im neuen Garten....
.....es sind Schneeglöckchen, die sich nur von ihrer besten Seite zeigen, wenn die Sonne scheint. 




Während diese Woche eher feucht war, schien sie dafür letzte Woche fast jeden Tag.
Die Schneeglöckchen verbrachten den letzten Sommer im Topf und im Herbst fanden sie einen Platz am Rand der Büsche. 



Jetzt vermisse ich nur noch Variante 2 des gefüllten Schneeglöckchens, das ich von einer Wiese gerettet hatte, bevor die Baumfäller es platt gemacht hätten.
Das war dieses hier:

2016


Vielleicht gehört es ja zu diesen zurückgebliebenen Spitzen...?


Und dann wären noch die anderen Spitzen, die aber ein anderes Grün haben....ich tippe mal auf Märzenbecher, die bei mir noch nie Blüten hatten....auch ein Versuch in neuer Erde....





Ganz sicher bin ich mir bei diesem Büschel, denn die Traubenhyazinthen haben den Vorteil, dass sie als Frühjahrsblüher ganzjährig im Beet zu sehen sind. Die Tulpen findet man nicht, wenn man sie braucht....
....meistens nur, wenn man im Herbst denkt, da wäre Platz für eine neue Pflanze.....:-))




Im Zwiebelkorb sind nicht mehr so viele Zwiebeln drin, aber ich würde sagen, da haben ein paar Tulpen überlebt...




Daneben im Topf...trotz des wochenlangen Frostes.....es ist noch Leben in der Waldgartenrose..:-)




Jetzt bin ich nur gespannt, ob es dem restlichen Topfgarten auch so gut geht, denn für alles hatte ich noch keinen Platz im Garten gefunden.

Ausgesät habe ich mit Sicherheit noch nichts....aber sind das nicht (Klatsch) -Mohnblumen-Winzlinge?
Die kommen nun entweder aus meinen mitgebrachten Pflanzen oder das ist ein Phänomen des offenen Bodens.....eine Pionierpflanze.




Die Eichhörnchen rasen immer noch an mir vorbei, um sich kopfüber ins Laub zu stürzen und ihre Nüsseverstecke zu finden....leider kann ich sie nur aus ganz großer Entfernung fotografieren.




Neu für mich ist auch der Besuch von Buchfinken. Sie kommen meistens nicht alleine und picken das  heruntergefallene Futter am Boden auf...leider auch sehr weit weg, da das Futterhäuschen erst besucht wurde, als ich es zu den Büschen gestellt habe.






Inzwischen gibt es aber auch die ersten mutigen Meisen, die sich bis zum Meisenknödel an der Platane trauen...




Diese Nebelfotos gehören zum Anblick von letzter Woche.
Links vom Vogelhäuschen blühen die Schneeglöckchen. 






Sonntag, 12. Februar 2017

Hortulus des Walahfried

Fencheltee beruhigt den Magen und die Nerven, Zitronenmelisse schmeckt erfrischend in kalten Sommertees, Salbei und Thymian bewähren sich bestens bei der aktuellen Erkältungswelle.
Gut, wenn man das alles selber aus dem Garten ernten kann. Deshalb finde ich, ein Kräuterbeet muss sein. Oder auch mehrere, wenn der Platz da ist. Und wenn nicht, dann gibt es immer noch Töpfe oder Körbe.
Und wenn man die Kräuter nicht erntet, dann blühen sie für die Insektenwelt und für Schmetterlinge. Gerade Lavendel, Salbei und Oregano möchte ich daher gar nicht mehr missen.

Bevor ich aber mit dem Gärtnern loslegen kann, schaue ich mir erstmal den schönen Kräutergarten an, den ich letztes Frühjahr auf der Insel Reichenau entdeckt habe.




Dort befindet sich neben dem Münster St. Maria und Markus der originalgetreue Nachbau des Kräutergartens des Abtes Walahfried Strabo, aus dem 9. Jahrhundert. Also noch vor der Zeit von Hildegard von Bingen.





Strabo schrieb über seine Pflanzen das Lehrgedicht "De cultura hortorum", auch 'Hortulus' (Gärtchen) genannt. Das müsste übersetzt soviel heißen, wie 'Über die Pflege der Gärten'....

Mit seinen 24 Versen beschrieb er in gereimter Form 24 Heilkräuter, Küchen- und Zierpflanzen und die Inspiration dazu kam natürlich aus seinem Klostergarten.
 Man könnte auch sagen, sein gereimter Pflanzenratgeber ist das erste deutsche Gartenbuch. 


Quelle/ Eine Abbildung des Kräutergarten St.Gallen

Im Klostergarten gibt es 24 Kastenbeete und zu jedem Kasten eine Infotafel, die auch einen Auszug des 'Hortulus' enthält. 
Viele der hier wachsenden Pflanzen findet man auch heute noch in den Gärten. 
Auch wenn die Melone oder der Flaschenkürbis sicher das milde Bodenseeklima benötigen, um auch in unseren Breiten Ernteerfolge zu bringen.



Mein erstaunter Blick viel auf die Katzenminze, die heute weniger als Heilpflanze bekannt ist. In meinem Garten diente sie eher den Katzen als Rauschmittel.

'Denn mit dem Öl der Rose vermischt, gibt ihr Saft eine Salbe...die Schrammen verwundeten Fleisches beseitigt..'




Es war Ende März und die Gärtner hatten gerade mit dem Einpflanzen der einjährigen Kräuter zu tun. Die mehrjährigen waren bereits zurückgeschnitten.

Die Poleiminze wurde großzügig  auf dem Kastenbeet verteilt.
Im Mittelalter eine bekannte Heilpflanze, aber sie enthält einen Giftstoff, das Pulegon, und ist daher nur mit Vorsicht für innere Zwecke zu verwenden.




'Glaube mir mein Freund, der Poleientee wird dir heilen,
Sei es als Trank oder Umschlag, den stockenden Gang der Verdauung...'



Die Iris (Deutsche Schwertlilie) beschrieb der Walahfried nicht als Heilkraut, aber nützlich war sie schon:

'Du gibst dem Walker das Mittel, mit dem er das Leinengewebe
glänzend und steif appretiert und ihm Duft, wie von Blumen verleiht....'




Der Schlafmohn wird heute durch eine Zierform ersetzt. Der offizielle Anbau ist wegen Missbrauch (Opium- und Heroingewinnung) verboten. Da macht man auch keine Ausnahme, wenn es um den originalgetreuen Nachbau geht....




Der Weiße Andorn ist mir noch gar nicht bekannt gewesen

'doch vermag er zu lindern arge Beklemmung der Brust.
Geschluckt als bitteres Tränklein.'




Im nächsten Bild wächst vorne der Muskatellersalbei.
Schade, dass ich den Garten nicht im blühenden Zustand gesehen habe.




Die Klostermauern schützen den Garten noch zusätzlich. Die Bank lädt zum Verweilen ein.





Das nächste Mal komme ich im Sommer......

Der Besuch des Münsters St. Maria und Markus, der ältesten Kirche der Insel,  lohnt auf jeden Fall auch.












Münster verlinkt zu Lottas #Gebäuden